Glück erleben mit den Obdachlosen in Hamburg - Januar 2020

Wir haben es wieder getan und werden es wieder und wieder tun! Seit 13 Jahren besuchen wir, besonders zur Winterzeit, Obdachlose auf den Straßen Hamburgs. Gestern war irgendwie ein besonders glücklicher Tag!

Vor der Wandelhalle am Hauptbahnhof machten wir das „Fass“ auf: Der Geruch der Linsensuppe zog gleich drei Frauen aus Rumänien an - ein Traditionsessen, das verbindet - mit Erinnerungen an die Heimat.

Glückliche Augen und ihr ansteckendes Lachen öffneten sofort alle Herzen.

Ein älterer Mann mit Fellmütze auf dem Kopf beobachtete den Moment - und stimmte spontan ein selbst komponiertes Lied an. Der Titel „Live To Love“. Was für eine schöne Überraschung! Wir konnten ihm einen Schlafsack und eine Isomatte schenken, die er dringend benötigte. 

 
© Live To Love Germany

Und weiter ging es mit den Koffern voller Kleidung, Leckereien, und Hygieneartikeln durch die Innenstadt. Wir lernten einen jungen Mann kennen, der erst seit 46 Tagen auf der Straße lebt. Es fiel ihm schwer, auch nur einen Kaffee anzunehmen - dazu ein paar Kekse. 

Jemand aus dem Live To Love Team begann ein Gespräch, hörte ihm zu - dann traute er sich und nahm noch eine Isomatte und einen Schlafsack an - das Basispaket für ein Leben auf der Straße. Sein schüchternes und schlichtes „Danke“ war sehr bewegend. 

Ein Mann aus Lettland, der alles verloren hat, saß auf einer Bank: Kein Geld in der Tasche, da er für seine Arbeit nicht bezahlt wurde. Auf der Straße wurden ihm auch noch die letzten Habseligkeiten gestohlen. Er konnte kaum fassen, dass wir ihm einfach so Pullover, Jacke, Isomatte, Schlafsack, Mütze, Schal, eine Suppe und etwas Süßes schenkten. 

Wir trafen einen Mann, den wir bereits im Dezember kennengelernt hatten - er erzählte uns voller Freude, dass er in zwei Monaten die versprochene Wohnung beziehen kann. Bis dahin versucht er das Beste aus seiner Situation zu machen. 

Ebenso erzählten uns zwei junge Männer erleichtert, die seit 34 Tagen obdachlos sind, dass sie in zwei Tagen in einer Unterkunft in der Feldstraße eine Bleibe gefunden haben. 

Uns beeindruckte ebenso ein obdachloser Mann aus Polen, der aus Holz Tulpen schnitzte, durch seine Bescheidenheit – denn ein Kaffee, den er sich in den mitgebrachten Becher füllen ließ, reichte ihm vollkommen aus. Dieser mache ihn auch satt, sagte er. 

So viele bewegende Lebensgeschichten und Momente. Wir alle haben wieder sehr viel gelernt und erfahren. Am Ende wieder die Erkenntnis: Egal, ob es Zeit ist, eine Geste, ein Lächeln, Nahrung oder Kleidung - Schenken macht echt glücklich!

19. Januar 2020

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