CARE - Liebe und Fürsorge - zu Weihnachten - Dezember 2020

Kennen Sie Knistertüten? Zwei Stoffe werden zusammengenäht - darin enthalten Knisterpapier und wenn die „Tüten“ dann gedrückt werden, sind Geräusche zu hören. Kleine Kinder lieben sie! Bunte Farben, Tastsinn und Klang sind für sie eine aufregende Erfahrung und regen ihre Sinne an.

Das Live To Love - Team in Nordrhein-Westfalen hat in den letzten Tagen ein Mutter-Kind-Heim und eine Wohngruppe in Hörstel und Ibbenbüren besucht, um die jungen Familien, die dort Unterstützung finden, im Rahmen des Live-To-Love-Care-Projekts mit Weihnachtsgeschenken zu überraschen - unter anderem auch mit den beliebten, selbstgenähten Knistertüten.

Und es gab noch mehr für die Kleinen zu entdecken an Spielen, Handpuppen, Stofftieren, gestrickten Schals und Handschuhen - die den jeweiligen Altersklassen entsprechend zusammengestellt wurden. „Bewegend wie die Kinder sich ebenso über Kleinigkeiten, wie die selbstgebackenen Kekse oder auch Haarspangen gefreut haben“, sagte Melanie Lange von der LWL-Einrichtung in Ibbenbüren.
Einige Kinder staunten ganz still - andere liefen vor Aufregung in den Räumen umher.
In diesen sehr liebevoll eingerichteten Unterkünften finden junge Mütter, Kinder und Väter einen Ort, wo sie sich in herausfordernden familiären Situationen Rat holen können und den Umständen angemessen begleitet werden. Eine sehr wertvolle Arbeit, welche die Mitarbeiter dort leisten!
Danke für den herzlichen Empfang!
 
„Glück - es ist genau hier und jetzt“, resümiert Live To Love-Teamlead Anke aus Ibbenbüren und ihre Kollegin Stefanie, bewegt von den vielen sehr energetischen Augenblicken: „Ich bin immer wieder fasziniert, wieviel diese kurzen, aber sehr intensiven Begegnungen in mir bewegen.“ Für Live To Love Teammitglied Barbara aus Werlte bedeuten die Aktionen "pures Glück, füreinander zu sorgen und da zu sein".
 
© Agnes Forsthuber / Live To Love Germany  
 
In Hamburg besuchten wir wieder Senior/innen in Winterhude und Altona:
Viele bemühen sich außerordentlich das Beste aus der Zeit der Einschränkungen zu machen.Einige erleben sie zum Teil weniger restriktiv als im Frühjahr, denn sie haben ihre eigenen Methoden gefunden, leichter damit umzugehen.
Bei der Übergabe der Geschenktütchen haben wir neben Büchern, Hörbüchern und Zeitschriften auch Mund-Nasen-Schutzmasken angeboten. Viele wurden von einer Mitarbeiterin des  genäht, den Live To Love seit vielen Jahren unterstützt.
 
Eine ältere Dame, die wir trafen, erinnerte sich an die Weihnachtstage im vergangenen Jahr und erzählte uns von ihrem Bandscheibenvorfall - bewegungsunfähig habe sie in München festgehangen. Der aktuelle Lockdown mache ihr nicht viel aus - sie sei noch immer glücklich und dankbar darüber wieder laufen zu können.
 
Bewunderswert auch die Einstellung eines älteren Mannes, der den Lockdown in diesem Jahr nutzte, sich mit dem Internet vertrauter zu machen, um seinen Beruf als Gitarrenlehrer weiterhin ausüben zu können.
Er unterrichtet jetzt im Alter von fast 70 Jahren via Zoom - und die Schüler sind happy auf diesem Weg gemeinsam mit ihm musizieren zu können. Seiner Familie sendet er jeden Tag eine Aufnahme von einem besonders schönen Moment in seinem Alltag, um Ihnen eine Freude zu bereiten.
 
© Agnes Forsthuber / Live To Love Germany  
 
Eine Frau vertreibt sich die Zeit des Lockdowns mit dem Schnitzen von Holzfiguren, die die Geschichten ihrer Freundin illustrieren sollen. Bei der Übergabe der Geschenktütchen zeigte sie uns die tanzenden Füchse, die sich auf ihre Menschwerdung eines Tages freuen. Langweilig sei ihr auf keinen Fall!
Den Heiligabend werde sie aus Sicherheitsgründen in der Wohnung verbringen, um für die Bewohner des Hauses Weihnachtslieder auf ihrem Klavier zu spielen. Es mache sie froh, den Nachbarn damit eine Freude sie zu bereiten. „Es reicht mir zu wissen, dass sie an mich denken.“
 
Unsere Besuche bei den Obdachlosen, bei den Einsamen, den Verlassenen - sich mit dem tiefen, sogar tiefstem Leid von Menschen zu konfrontieren, erfordert zuweilen tatsächlich viel Kraft. Das Gewahrsein der Einsamkeit und der teilweise extrem traurigen Schicksale benötigt häufig auch Zeit zum Verarbeiten.
 
Da wir mit unseren Aktionen jedoch vor allen Dingen eine positive Überraschung und Freude hervorrufen, schenkt uns diese Energie neben vielen gehaltvollen Erkenntnissen, eine enorme Motivation immer weiter und weiter zu gehen. In diesem Sinne können wir Nachahmungen also nur empfehlen.
 
Wir wünschen allen ein glückliches Weihnachtsfest - und versprechen unser Wiedersehen im neuen Jahr!

 

19. Dezember 2020

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