Pad Yatra durch Norwegen
Gemeinsam Richtung Zukunft // 14.-21. August 2026
Eine wunderbare Überraschung und eine Freude für uns alle!
Together Towards Future with Live To Love
DER AUFTAKT
// 14. August 2026
Unser Glück könnte größer nicht sein: Der Gyalwang Drukpa ist eigens für das Pad Yatra nach Norwegen gekommen! Zu unserer großen Freude ist auch Gyalwa Dokhampa zugegen und beehrt das Yatra ebenfalls.
Der Gyalwang Drukpa und Gyalwa Dokhampa setzen Eichen in die Erde
Public Talk: The Future Begins Now
// 14. August 2026, 7 p.m.
Der Auftakt des Pad Yatra fand am Abend mit einem inspirierenden Public Talk seine Fortsetzung. Der Gyalwang Drukpa und Gyalwa Dokhampa teilten tiefgehende Einsichten und persönliche Perspektiven zu einer Vielzahl von Fragen, die unsere Zeit bewegen – und zahlreiche Menschen beschäftigen. Eine zentrale Botschaft, auf die der Gyalwang Drukpa wieder zurückkam, war die Bedeutung unserer Verbindung zur Natur. Wir müssen neu lernen, mit ihr zu leben, sie wahrzunehmen und uns als Teil von ihr zu verstehen. Denn wo diese Verbindung verloren geht, gerät vieles aus der Balance. Wir verlieren Orientierung und Richtung. Gleichzeitig, so der Gyalwa Dokhampa kreist unser Blick heute allzu oft um die eigene Selbstoptimierung. Dabei liegt ein wesentlicher Teil der Antworten auf unsere Herausforderungen in einer anderen Frage: Was tut anderen Menschen und unserer Umwelt gut? Wenn wir beginnen, diese Frage ernsthaft zu stellen, verändert sich nicht nur unser eigener Blick auf die Welt – sondern auch die Art, wie wir in ihr leben.
Lebendig, inspirierend und kurzweilig führte Gunnar Østgaard durch den Abend. Mit seinen weiterführenden Fragen gab er dem Austausch immer wieder neue Impulse und öffnete Raum für einen intensiven Dialog. Zu unserer großen Freude richtete auch der Bürgermeister der Kommune Stange einige Worte an unsere Ehrengäste und beteiligte sich am lebendigen Austausch. Unser besonderer Dank gilt außerdem Roar Kjærnstad, der mit der Mostu Skole einen wundervollen Ort für Begegnung, Kultur und vielfältigen Austausch schafft. Ein Abend voller Inspiration, Verbundenheit und wichtiger Impulse – und ein kraftvoller Auftakt für das, was vor uns liegt.
The Future Begins Now.
Euer Live To Love Team
HAPPY BIRTHDAY, liebe Gianna!
Tag zwei der Pilgerreise
Das Pad Yatra unter der Leitung des Gyalwang Drukpa führt uns weiter durch die ursprüngliche Landschaft Norwegens – gestern bereits am zweiten Tag. Am frühen Morgen schenkte uns der Gyalwang Drukpa ein tiefgründiges Teaching über die Natur unseres Geistes. Als Sinnbild diente ihm der See, an dessen Ufer wir die Nacht verbracht hatten: ruhig und still an der Oberfläche, zugleich in ständiger Bewegung und von unermesslicher Tiefe. Auch unser Geist trägt dieses grenzenlose Potential in sich. Wenn wir lernen, mit den richtigen Methoden mit ihm umzugehen, können wir seine natürliche Klarheit und Weite erfahren. Die Natur selbst, so der Gyalwang Drukpa, kann uns dabei ein kostbarer Lehrer sein – sie lädt uns ein, innezuhalten, wahrzunehmen und zu unserer eigenen Essenz zurückzufinden. Und so wurde auch der Weg selbst zu einer Erfahrung dieser Lehre: Wir wanderten an stillen, klaren Seen entlang, durch weite, kraftvolle Wälder und über verwunschene Pfade. Inmitten dieser ursprünglichen Schönheit entstand immer wieder jener besondere Raum, in dem der Geist zur Ruhe kommen und sich öffnen kann.
Denn ein zur Ruhe gekommener Geist ist die Grundlage für echtes Mitgefühl – und für ein Handeln, das dem Wohl anderer dient.
Love is Action!
Herzlichst,
euer Live To Love Team
Der dritte Tag
// 17. August 2026
Die heutige Pilgerreise stand ganz im Zeichen eines tiefen Mantras, das Gyalwa Dokhampa lehrte: “Was auch immer kommt, nimm es an. Was auch immer nicht kommen wird, jage nicht danach.“ Sehr inspiriert von seinem Teaching, gingen wir den heutigen Weg, ohne etwas erzwingen zu wollen. Das Wetter, das Essen, die Müdigkeit, die Begegnungen, die Stille – alles durfte so sein, wie es war. Angenehmes wurde nicht festgehalten und Unangenehmes nicht abgelehnt. Was uns begegnete, nahmen wir an; was ausblieb, ließen wir los. Genau darin lag heute die besondere Erfahrung dieser Pilgerreise: für einen Moment nichts erreichen und nichts verlieren zu müssen. Nicht nach dem nächsten Ziel zu greifen, sondern einfach da zu sein und Schritt für Schritt weiterzugehen. Die heutige Padyatra war damit weniger ein Weg zu einem bestimmten Ort als ein Übungsweg des Loslassens. Ein Erinnern daran, dass wir nicht ständig etwas suchen, festhalten oder vermeiden müssen. Nichts zu erreichen. Nichts zu verlieren. Einfach zu gehen, alles anzunehmen wie es ist und einfach zu sein.
Ein friedvolles Gefühl der Freiheit breitet sich aus und wir wünschen diese Empfindung allen Wesen auf der ganzen Welt!
Herzlichst,
Euer Pad Yatra Pilgerteam
Tag vier der Pilgerreise
Heute morgen hat der Gyalwang Drukpa sehr tiefgründige Unterweisungen darüber gegeben, dass unsere geistige Haltung die jeweilige Erfahrung bestimmt. Urteile, die uns aus der Ganzheit führen, die häufig extreme Sichtweisen hervorbringen. Die Welt, die wir erfahren, wird wesentlich durch unseren Geist geprägt. Ein Ort ist nicht aus sich selbst heraus heilig, schön oder schlecht. Unsere Wahrnehmung und unsere Haltung verleihen den Dingen diese Bedeutung. Darum beginnt spirituelle Praxis bei der eigenen Motivation:
Bin ich offen oder bin ich festgelegt? Sehe ich das, was ist, oder sehe ich nur meine Vorstellungen darüber? Reine Sichtweise bedeutet nicht, alles schön finden zu müssen. Sie bedeutet, nichts unnötig in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen und an diesen Urteilen festzuhalten.
Wir dürfen Schönheit genießen, ohne sie besitzen zu müssen. Wir dürfen Schwieriges erfahren, ohne es abzulehnen. Beides darf kommen und wieder gehen. Offenheit bedeutet, die Erfahrung vollständig zuzulassen, ohne sich an ihre Erscheinungsform zu binden. In diesem Geist ging es dann auf die heutige Wanderung, die uns erneut durch die unbeschreibliche Schönheit der norwegischen Natur führte, auf der es Momente des tiefen Innehaltens zu erfahren gab, inmitten einer bereits sehr vertrauten Gemeinschaft von Pilgergeschwistern.
Herzlichst,
Euer Live To Love Team in Norwegen
Tag fünf unserer Pilgerreise: Gemeinsam
Gemeinsam denselben Weg zu gehen,
gemeinsam an einer Stelle entlang des Weges innezuhalten,
gemeinsam in Stille zu sitzen,
umgeben von der paradiesischen Fülle der norwegischen Natur.
Nicht nur nebeneinander zu gehen,
sondern im selben Geist –
offen, aufmerksam und dankbar.
Die Kontemplationen der Meister
werden zum Licht, das den Weg erhellt,
und leiten unsere Schritte nach innen,
während sich der Weg nach außen vor uns entfaltet.
Wir gehen gemeinsam,
wir halten gemeinsam inne,
wir lauschen gemeinsam.
Und mit jedem Schritt
wird der Weg mehr als nur ein Weg:
eine Reise in die Stille,
in die Gegenwart,
in die Heiligkeit des Seins.
Dankbar für den Weg.
Dankbar für die Gemeinschaft.
Dankbar für jeden Schritt.
Drukpa
Gyalwa Dokhampa
Tag sechs der Pilgerreise
Im weiten Raum der Verwandlung
Alles entsteht und vergeht
durch Bedingungen.
Es gibt die Bedingungen der Natur,
den Wandel des Wetters,
die Spuren von Kultur und Zeit –
und jene Bedingungen, die wir selbst erschaffen.
Wir planen eine Reise,
bereiten einen Weg,
öffnen einen Raum für Begegnung.
So wie diese Pilgerreise,
die durch viele Hände, Herzen
und unzählige Bedingungen
zu dem geworden ist, was sie ist:
wundervoll.
Und genau darin verbirgt sich ein tiefes Geheimnis des Lebens:
Nichts entsteht allein.
Nichts bleibt für immer.
Alles ist miteinander verwoben,
alles bedingt einander,
alles wandelt sich.
Was heute Freude ist,
war gestern noch Möglichkeit.
Was heute Begegnung ist,
wird morgen Erinnerung sein.
Und doch geht nichts wirklich verloren –
es löst sich nur auf
und wird Teil von etwas Neuem.
Alles entsteht und vergeht.
Alles verwandelt sich
im ewigen Raum des Seins.
Letzter Tag der Pilgerreise
Weite
Was durch Bedingungen entsteht,
entsteht nicht aus sich allein –
und was entsteht,
vergeht auch wieder.
So flüstert Shunyata:
Nichts steht für sich allein.
Wie Wolken am weiten Himmel:
Sie sammeln sich aus unzähligen Bedingungen,
nehmen für eine Weile Gestalt an,
ziehen weiter, lösen sich auf –
nicht als Verlust,
sondern als Teil des großen Wandels.
Auf unserer Pilgerreise
wurden die tiefen Worte der Meister zu einem stillen inneren Weg: Begegnung, Erkenntnis, Loslassen –
und dieses stille Staunen darüber,
wie innig Nähe werden kann,
wenn wir nicht festhalten und klammern müssen.
Und gestern Abend –
Lachen, Musik, Farben, Tanz,
ein wunderschönes, kreatives Fest.
Leicht und leuchtend,
und die Freude selbst
führte für viele Augenblicke zu den schönsten Bedingungen unser zurückliegendes Yatra zu feiern.
Wahrscheinlich ist das die tiefste Weite:
dass wir uns begegnen können,
ohne einander festzuhalten –
und gerade darin
einander immer näher kommen.
Interreligiöser Austausch
Am 21. August fand ein interreligiöser Dialog auf Einladung des Bischofs von Hamar, Ole Kristian Bonden, statt, mit dem Gyalwang Drukpa, Gyalwa Dokhampa, der Drukpa Kung Fu Nonne Lopon Tingdzin Zangmo, Gianna Wabner sowie verschiedenen Vertretern anderer Religions- und Glaubensgemeinschaften. Es war ein sehr angenehmes und inspirierendes Gespräch.